Auf den Leim gegangen

Hier mein spontaner Kommentar zum verlinken Beitrag:
Auf den Leim gegangen,
von Sérgio Costa, Professor für Soziologie an der Freien Universität Berlin.

ZEINT ONLINE – Bildschirmfoto

Puh.. was nen Quark. Wo soll man da anfangen? Das Argument „Weil in Sachsen kaum Migranten leben, darf man sich dort auch keine Gedanken über das Thema machen“ ist absoluter Mumpitz. Denn real betrachtet machen sich fast alle Leute auch mal kritische Gedanken über irgendwelche Zustände, von denen sie de facto nicht oder ggf. noch nicht betroffen sind. Dafür gibt es neben anderen das schöne deutsche Wort „vorausschauend„. Und, abgesehen davon fanden sich AfD-Wähler-Hochburgen gerade auch in Regionen mit besonders hohem Migrantenanteil. Insofern würde ich vorschlagen, die Einleitung gleich mal als unausgegoren abzuhaken.

Inwiefern der Autor zu der Erkenntnis gelangt, dass AfD-Wähler die gleichen TV- und online-Programme wie ihre Nachbarschaft mit Migrationshintergrund konsumieren, ist ebenfalls fraglich. Auf die Nachbarschaft im Soldiener Kiez im Wedding trifft das zumindest nur sehr teilweise zu, denn deren Programme sind für mich nicht zu verstehen. Und das obwohl sie überdeutlich durch Fenster und Wände klingen. Und auch wenn ich mich mal in der Kantine der Sprachschule von nebenan umhöre, bekomme ich nen deutlich anderen Eindruck. Aber egal. Vielleicht tun sie das ja später mal.. so nach ein paar Generationen. Je nach dem, wie „religiös“ das persönliche Umfeld ist.

Im nächsten Absatz dann widerspricht der Autor seiner eingangs sehr richtig formulierten Erkenntnis, dass es sich gerade nicht um den „kleinen deutschen Mann„, sondern Teile der „etablierten Mittelschicht“ handelt. Also kann man auch das getrost abhaken, wenn auch sich darauf das Folgende aufbaut. – Dass das AfD-Bikini-Plakat als quasi direkter Verweis auf das islam-identitäre Kopftuchplakat der SPD (Michael Müller) gesehen werden kann, scheint dem Autoren dabei leider entgangen. Und auch dass sich der erwähnte Männlichkeitskult um ein vielfaches stärker in der real praktizierten Genderapartheid moslemischer Migrantenverbände abbildet, scheint egal. Denn von denen hat ja vermutlich ein Großteil SPD gewählt.

Und tja, dass Merkel tatsächlich „die mächtigste Frau der Welt“ sein soll, lasse ich mal als Witz durchgehen. Nicht aber die gespielte Aufregung über Gaulands „Merkel jagen„, handelte es sich dabei doch lediglich um eine weitere wohl platzierte Provokation mittels Verweis auf etliche „Jagen„-Zitate, die eine lange Reihe von Politikern verschiedenster Parteien vor ihm brachte. Ach und, apropos, dass bspw Ralf Stegner mit antisemitischem „Parasiten„-Sprech unterwegs war und so ganz nebenher den Spruch „Jedem das Seine“ gerne wieder positiv besetzen würde, scheint in der allgemeinen Aufregung oder halt der ideologischen Ausrichtung des Beitrags unter den Tisch gefallen zu sein. Verstehe. Doppelstandarts sind also kein Problem, auch wenn deren wenigstens kurzfristige Vernachlässigung für eine etwas realistischere kontextuelle Verortung bezüglich der sozialen Rahmenbedingungen sorgen würde.

Im folgenden Absatz wählt er dann, vermutlich um sich nicht zu widerholen „xenophob viril“ anstatt „ausgeprägt fremdenfeindlich„, bleibt jedoch weiterhin Belege für seine Behauptung schuldig. Was solls, immerhin gelingt es so zum Thema „Gewalt gegen Ausländer“ zu kommen und hier einen „sprunghaften Anstieg“ zu attestieren. Belege? Verweise? Auch, pfeif drauf. Einfach mal behaupten und munter weiter den linkspopulistischen Narrativ bedienen. Weil das ja auch bisher so super doll funktioniert hat..

Da wird nun also behauptet, die AfD interpretiere „Deutschsein“ rein biologisch nach Abstammung. Auch hier wäre interessant erfahren zu dürfen, woher der Author sein diesbezügliches Wissen bezieht. Daher, dass die AfD Parlamentarier in ihren Reihen bspw. mehr Abgeordnete mit Migrationshintergrund ausweisen, als die CDU und die FDP ganz sicher nicht. Aber was sind schon Fakten? Stattdessen nun lieber Palaver über „Machthierarchie“ (dolles Wort!) und angebliche Sonderrechte gegenüber, tja, wem eigentlich? Staatsbürgern mit Migrationshintergrund? Mumpitz. Ausländern? Tja, na klar, was ist neu daran? Staatsbürger dürfen bspw. wählen, Ausländer bei der Bundestagswahl nicht. Zählt das nun schon als zu beanstandendes „Sonderrecht„. Na dann. Lieber gleich noch mal ein paar hinlänglich beliebte Schlagworte in die Runde werfen.. zuerst nochmal der „kleine Mann„, der ja eigentlich kein kleiner sein soll, dann „Nationalismus„, „Rassismus„, „Sexismus„.. das volle Programm.. und fast habe ich das Gefühl, einen Flyer der Amadeu Antonio Stiftung zu lesen.. was ja vielleicht auch gar nicht so weit hergeholt ist, weil die ZEIT die Dinger ja gesponsert hat. Aber egal. Zurück zum Text.

Nach etwas Blabla kommen dann irgendwelche „weltoffenen Argumente“ zur Sprache, die „Rechtspopulisten“ nicht erreichen würden. Und ich frage mich: Ja, wo sind sie denn, diese „weltoffenen Argumente? Hier im Beitrag ganz sicher nicht. Aber auch anderen Ortes vermisst man sie schmerzlich. Denn statt Argumenten wird da immer nur „Hass“ und „HateSpeech“ gequakt, dass einem die Ohren abfallen. – Erinnert mich irgendwie an die letzte Buchmesse und das Auftreten der Linken da. Zwischen all ihrem Geblöke haben sie die Argumente vermutlich vor Aufregung verschluckt.

Im Abschussblock dann wieder das Geschwirbel vom angeblichen „Migrantenhass„, dass ich mich schon fragte, ob der Schreiber Funktionär bei den „Neue Deutsche Medienmacher“ ist. Und dann.. traraa.. dann stimmt er sogar noch zu, dass dieser ominöse „Hass“ ™ eine vorübergehende Selbstermächtingung ermöglicht! Und ich frage mich: Ja bitte, was sollte man mehr wollen als Empowerment? Und da „vorrübergehend“ ja erstmal nen recht vager Begriff ist und das auch ne ganze Weile dauern kann, verstehe ich nicht, wie der von diesem Zugeständnis dann im gleichen Satz plötzlich wieder darauf kommt, dass sich eine „gefühlte eigene Bedeutungslosigkeit“ einstellen sollte? Warum denn? Bzw. woher denn? Ich meine, irgend nen Grund, sich bedeutungslos zu fühlen findet sich vermutlich immer.. weil die Frau einen verlassen hat oder der Hamster verstorben ist. Aber was das nun alles mit dem Thema zu tun hat, bleibt fraglich. Denn am Kulturverlust soll es ja den eigenen Aussagen des Autoren nach nicht liegen.

Denn seiner Meinung nach sind ja Migranten und Einheimische sogar in punkto Medienkonsum total gleich. Was will man also mehr? Aber dann .. oho.. klärt er uns auf: Wieder sind Migranten und Einheimische total gleich unterwegs (*auch wenn sie de facto oft nicht mal die gleiche Sprache sprechen und zumindest ein Teil der Migranten einem total faschistoiden Religionskult anhängt).. denn die „globalen Herrschaftsstrukturen“ sind Schuld! Ja, genau die! Die „GLOBALEN HERRSCHAFTSSTRUKTUREN

Nur ich frage mich so langsam, ob der Typ noch alle Tassen im Schrank hat, oder ob ich hier vielleicht eher auf irgend nem wirren Verschörungstheorie-Blog gelandet bin. Ne. immer noch die ZEIT. Und da steht nun, dass der kleine (nicht kleine) Mann und der Migrant (der irgendwie auch automatisch ein kleiner Kerl zu sein scheint) u.a. Online-Aktivismus betreiben sollen. Ausgerechnet Online Aktivismus!

Und da denk ich mir.. aha.. aber das tun sie doch schon. Halb facebook ist voll mit irgendwelchen judenhassenden Mossi-Migranten, die andere Hälfte braun bis unter die Fußnägel. Und mittenmang sorgen staatlich gehypte wie hyperventilierende SJW für den aufgeregten Hintergrundsound. So viele Freaks kann man in der Realworld gar nicht treffen, wie sich da alle versammeln. Und, ähm, hat nicht gerade die ZEIT, die diesen Beitrag nun veröffentlicht, selbst erst über die Digitalcharta und dann über ein Pushen von NetzDG kaum was unversucht gelassen, um gerade diesen nun geforderten „Online Aktivismus“ einzudämmen? Und das scheint ja auch ganz wunderbar zu funktionieren: Momentan wird da so viel zensiert und gelöscht, wie noch nie. Also alles nen bisschen widersprüchlich.

Und dann, naja. als Abschlusssatz noch mal nen Fremdwort und ne pseudo-kämpferische Parole obendrauf. Aber das macht’s nun auch nicht mehr fett. Kurzum, alles in allem, totaler Blödsinn. Das hätte auch von Sascha Lobo kommen können, der vertockneten SPD-Schranzen beim Kaffekränzen das Neuland feucht salbadert: Laber Rhabarber vom Allerfeinsten. Und meines Erachtens weder ein guter noch ein kluger Text, sondern nur ein gutes Beispiel dafür, dass dieser FU-Prof sein Gehalt nicht wert ist.

Darum beim nächsten Mal vielleicht lieber nen Beitrag über die Bildungsmisere veröffentlichen?

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.