Deniz Yücel bereits vor Monaten in Deutscher Botschaft versteckt

Hier ein kurzes Update zu meinem letzten Kommentar zum Thema Deniz Yücel:

Es könnte den Titel tragen: „Kleine Unehrlichkeiten im Fall Deniz Yücel

Im untenstehenden Video finden Sie den aktuellen Beitrag eingesprochen und darunter folgend – für alle diejenigen, die lieber selber lesen – noch einmal das Script samt aller Verweise in Schriftform … wobei ich um Verständnis dafür bitte, dass das Script zuweilen etw. holperig u. mitunter rechtschreibfehlerhaft ist.
Die Video-Dauer beträgt rund 9 Minuten.

(*Die kleinen Spione im Header stammen aus: http://maditsmadfunny.wikia.com/wiki/Spy_vs._Spy)

… und hier der Text zum obenstehenden Video:

Aktuell macht das Gerücht die Runde – basierend auf einem wie es scheint viel zu wenig beachteten FAZ-Beitrag vom 20.Feb – sowie weiteren bis dato eher dubiosen Quellen, die ich hier lieber nicht verbreiten möchteDeniz Yücel habe sich gar nicht, wie bisher über hiesige maßgeblich Medien kolportiert, selbst bei den türksichen Behörden gestellt.


Viel eher soll er sich, nach Einreise in der Türkei OHNE eine für dort als anerkannte Journalisten notwendig Akkreditierung (*sie soll ihm aus den bekannten Gründen verweigert worden sein) geraume Zeit in der Sommerresidenz des deutschen Botschafters i.d. Türkei versteckt gehalten haben. Dort wartete die türkische Polizei dann rund einen Monat vor der Tür, um ihn zu schnappen, als er das Anwesen verließ.

In der FAZ ist hierzu zu lesen:

Deniz Yücel, Journalist mit deutschem und türkischem Pass, hatte sich Ende 2016 mit der Bitte um Schutz an das deutsche Generalkonsulat gewandt. Die von der türkischen Regierungspartei AKP kontrollierte Zeitung „Sabah“ hatte am 25. Dezember berichtet, dass die Staatsanwaltschaft die Verhaftung von neun Verdächtigen angeordnet habe, zu denen auch Yücel gehöre. Der 25. Dezember war auch der Tag, an dem Yücel seinen letzten Tweet absetzte.

Zwar würden ungenehme ausländische Personen in vergleichbaren Situationen in der Regel aus der Türkei ausgewiesen, doch da Deniz Yücel einen türkischen Pass besitzt, wird er in der Türkei wie ein normaler türkischer Staatsbürger behandelt. So kam es also, dass er – vllt. grob vergleichbar mit Assange – im immerhin recht luxuriösen Anwesen der Deutschen Botschaft festgesetzt war.

Interessant hierzu ist, dass dieser Vorfall zwar sowohl Springer-Medien als auch der Politik bis hinauf zur Kanzlerin bekannt war, man sich jedoch auf eine Geheimhaltung verständigte. So heißt es in der FAZ weiter, dass nur „Eingeweihte“ durchaus verstanden, was die Kanzlerin meinte, als sie im Rahmen ihres letzten Ankara-Besuches das Thema Pressefreiheit zur Sprache brachte und „von verschiedenen Fällen“ sprach, „wo wir uns durchaus sorgen machen„.

Insgesamt verwundert es durchaus, dass der vorliegende FAZ-Beitrag zunächst inhaltlich kaum zur Kenntnis genommen geworden zu sein scheint.. und erst jetzt aufgrund diverser Gerüchte wieder etw. ins Blickfeld der interessierten Öffentlichkeit gerät.

Und, ich muss zugeben, dass er auch mir leider entgangen war.

Apropos entgangen ..

Zwar nicht entgangen, doch in meinem letzten Beitrag leider außer Acht Gelassen, blieb ein Hinweis auf die Weigerung der FAZ eine Werbeanzeige abzudrucken, in welcher Solidarität für Deniz Yücel gefordert wurde.

Der Beitrag vom 28.02. trägt den Titel „Wer ihn befreien will, spielt keine Spielchen“ und im Kern geht es dabei gar nicht einmal um das Hinterfragen der Grenzen von Journalismus, auch wenn es im Text u.a. durchaus kritisch heißt

Journalisten sind Schreiber, keiner Unterschreiber„.

Nein, – Stein des Anstoßes ist viel eher die Tatsache, dass der FAZ auffiel, dass auch Namen ihrer Mitarbeiter unter einer Solidaritäts-Anzeige für Deniz Yücel standen, die in überregionalen Medien veröffentlicht werden sollte. Und das, obwohl diese gar nicht unterschreiben hatten. Nun bemängelt man natürlich völlig zu Recht, dass solche zumindest in Teilen „geschummelten“ Solidaritäts-Verlautbarungen gerade im Zeitalter von FakeNews-Debatten kein wirklich gutes Licht auf den Journalismus im Allgemeinen und die Initiatoren im Besonderen werfen.

Meedia berichtet zum Vorfall:

Die Erklärung der FAZ ist für die Außenwirkung der Solidaritätsaktion, die presserechtlich von den Spiegel Online-Autorinnen Magarete Stokowski und Sybille Berg sowie von ZDFneo-Moderator Jan Böhmermann verantwortet wird, extrem kontraproduktiv – schon deshalb, weil sie Räume für Spekulationen eröffnet, wonach der FAZ-Herausgeber nicht der Einzige sein könnte, dessen Name ohne Einverständnis für die Kampagne genutzt worden ist.

Abschließend melde sich dann in dieser Angelegenheit dann auch noch Shahak Shapira zu Wort und versucht den Vorfall als „Kommunikationsfehler“ abzutun.

Inwieweit man nun jedoch dazu bereit ist den Initiatoren und ihrem Freundeskreis Glauben zu schenken, sei jedem selbst überlassen. Fakt ist jedoch, dass der Vorfall kein wirklich seriöses Licht auf die Kampagne warf, auch wenn der ggf. flapsige Umgang mit Informationen resp Äußerungen vielleicht sogar der Art entsprechen dürfte, derer sich zuweilen auch Deniz Yücel bediente.

Abschließend noch ein Hinweis auf einen Kommentar von Thomas Spahn auf haOlam.de.

Er trägt den Titel : „Heuchelei im Fall Deniz Yücel – Hört auf mit dem Gejammere

 

Credits:
Für einen ersten Hinweis bedanke ich mich bei Mme. @WildEastBerlin, für den erhellenden FAZ-Beitrag bei @Hallaschka_HH 🙂

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