Kunsterziehung in Dresden ..

Einleitend der Beitrag eingesprochen als Videoblog, darunter die Textversion, mit ggf. aktualisierten Ergänzungen.

In Dresden wurden in räumlicher Beziehung zur Frauenkirche vom Künstler Manaf Halbouni drei Busse hochkant aufgestellt, um darüber – anlässlich der Trauerfeiern zur Dresden-Bombardierung – an das Leid der Zivilbevölkerung in Dresden und an die „gegenwärtige Situation in Syrien“ zu erinnern.

Im Begleittext des Kunsthaus Dresden – Städtische Galerie für Gegenwartskunst zur Installation heißt es, die Busse seien während der Kampfhandlungen in Aleppo „durch Zivilisten errichtetet worden, um das Leben von Menschen zu schützen..

– Dadurch würden sie sich jetzt, wie sämtlichen medialen Besprechungen zu entnehmen ist, ganz hervorragend zum Brückenschlag in Sachen „Leid der Zivilbevölkerung“ eigenen.

Nun regen sich natürlich einige Dredsner darüber auf, dass sie selbst an „ihrempersönlichen Trauertag nicht mit dem Verweis auf die politisch umstrittene Flüchtlingspolitik in Ruhe gelassen werden. Immerhin hatte #FDP-Oberbürgermeister Dirk Hilbert bereits angekündigt, anlässlich des 13. Februar auch an Mittelmeer-Flüchtlinge erinnern zu wollen.

Vom 10. bis zum 14 Februar soll hierzu auch noch eine weitere Kunstinstallation auf dem Theaterplatz in Dresden präsentiert werden: Sie läuft unter dem Titel „Lampedusa 361“ und ist den im Mittelmeer ertrunkenen Flüchtlingen gewidmet.

Mag man also sicherlich vortrefflich darüber streiten, ob die seitens der regierenden Politik initiierte Kunstpräsentation im öffentlichen Raum dem Gedenken an den „Feuersturm Dresdens“ angemessen ist, oder ob hier der Bogen des Erzieherischen nicht doch etwas überspannt wird.

In zwei Angriffswellen flogen fast 800 britische Bomber über die Stadt, warfen u.a. Luftminen und gewaltige Sprengkörper, danach rund 650 000 Stabbrandbomben ab.

Das diese From staatlich geförderter politischer Kunst nicht ohne Kritik bleiben würde, war indes klar. Und mit der Frage, ob die Ausgaben für die entsprechenden Kunst-Beiträge in Form konkreter humanitärer Hilfe zum Wiederaufbau Aleppos nicht besser investiert worden wären, hatte man sicherlich bereits gerechnet.

Weitaus naiver schien man sich jedoch auf die „Monument„-Installation der 3 Busse von Manaf Halbouni eingelassen zu haben. Denn abgesehen davon, dass mir persönlich die geistige Urheberschaft nicht unumstritten erscheint – zur Kunst erklärt hatte die Barrikade bereits der Reuters Fotograf Ammar Abdullah: Im Begleittext zu seinem weltbekannten Foto heißt es ausdrücklich:“the towering construction blocking the view like a bizarre work of street art“ und weiter unten im Text: „It looks like life is merging with art..“ – also abgesehen davon stellt sich nun auch die Frage nach der Aussage der Arbeit:

Denn anders als in bisher sämtlichen Medien berichtet, wurden die Busse in Alepppo höchstwahrscheinlich nicht von schutzbedürftigen Zivilisten errichtet, sondern von einer islamistischen Terrormiliz , die die Busse als Barrikade gegen die Regierungsarmee nutzte.

Auf der Originalaufnahme des Busensembles von Ammar Abdullah weht auf den Bussen deutlich erkennbar die Fahne der islamistischen Terrormiliz „Ahar al Sham“, und im Text dazu heißt es, diese soll die Busse als Barrikade gegen Regierungstruppen errichtet haben.

Nun bleibt Kunst natürlich auch dann noch Kunst, wenn der entsprechende Künstler aufgrund ggf. schlampiger Recherchen in der Vorbereitung auf eine andere Aussage abzielte, als jene, die sich nach Bekanntwerden aller Fakten womöglich ergeben mag.
Das ist ja das Schöne an der Kunst: Sie spricht für sich allein.

Darum stellt sich jetzt die Frage: Was spricht diese Kunst zu uns?

Was sagt uns die von der Regierungspolitik gewollte Installation der Barrikade einer terrosistischen Vereinigung vor der Dresdner Frauenkirche anlässlich des Gedenkens an die Opfer der Bombardierung Dresdens?

Anhang
Hier noch ein weiterer m.E. sehr gelungener Beitrag, der sich aus einer sehr weltoffenen Position heraus kritisch mit dem von Manaf Halbouni zitierten „Busensemble“ auseinandersetzt:
=>Dresden: Eine islamistische Ikone? Von Naftali Neugebauer

PS:

=> Hier noch ein weiterer interessanter Beitrag zum Thema:
Islamistisches Barrikaden-Mahnmal?
Der Beitrag von Peter Grimm wurde ebenfalls auf Achgut.com veröffentlicht.

=> und noch eine Stellungnahme des geschätzten Imad Karim,
gefunden auf dem Blog von David Berger:
Imad Karim: Busmahnmal von Dresden besser vor Saudi-Botschaft aufstellen!

Interessant hierbei ist ja vllt. noch, dass der Künstler in einem anderen Projekt über die Eroberung Europas durch Muslime fantasiert .. was nun, im Zusammanspiel mit der aktuellen Islamisten-Barrikade-Installation, einen doch eher hinterfragenswerten Eindruck vermittelt ..

Sonst noch:

Der MDR-Sachen berichtet über die Kritik bezüglich des Kunstwerkes. Dabei wird darauf verwiesen, dass laut Veranstalter des Projekts, dem Kunsthaus Dresden, angeblich „verschiedene Quellen bestätigen, dass die Barrikade zum Schutz der Zivilbevölkerung in der umkämpften Stadt errichtet wurde.“  Im Begleittext zur Original-Fotovorlage von Ammar Abdullah/Reuters wird jedoch keinerlei Spielraum für eine diesbezügliche Interpretation gelassen. Deshalb wäre es nun überaus interessant zu erfahren, um welche „verschiedenen Quellen es sich ggf. handelt – und weshalb der MDR dies in seiner Eigenschaft als Öffentlich-Rechtliche-Medienanstalt nicht umgehend in Erfahrung brachte, anstatt Leserinnen und Leser mit einer fragwürdigen Worthülse abzuspeisen?

Abgesehen davon kommt im MDR-Beitrag auch noch der Herr Künstler zur Wort, der auch nun keinerlei Änderung der Aussage seiner Arbeit feststellen möchte. Neben der Tatsache, dass der um Rettung seiner Arbeit ringende Künstler vermutlich zu den letzten Menschen gehört, die man nun als im Rahmen seriöser Berichterstattung um Deutung ersuchen sollte:
Die – vllt. ja aus der Not heraus geborene – Äußerung Halbounis, dass sich das, was auch immer seine Arbeit repräsentiere, mit inhaltlicher Änderung der des Bezugs/der Vorlage nicht ebenso ändere, teile ich nicht.
Es ist, pardon, Mumpitz, und ein Meisterschüler der Kunstakademie sollte es tatsächlich besser wissen.
Ungeachtet dessen verhält es sich so, dass die Interpretation/Deutung der Arbeit nach Abgabe/Präsentation, nicht Angelegenehit des Künstlers ist,- ja, nicht sein darf!

Ansonsten würden nämlich, nur mal als Beispiel, alle Künstler ihre Arbeiten selbst verorten.. und wären demnach vermutlich alle Superstars 😉

Ich habe Manaf Halbouni angeschrieben und angefragt, ob er bereit wäre, sich über seine Arbeit zu unterhalten. Leider ohne eine Antwort zu erhalten.

1 thought on “Kunsterziehung in Dresden ..

  1. Mikel Mayer Antworten

    Da haben sich die Verantwortlichen wieder mal selbst ins Knie geschossen. Wie kann man so eine Müllhalde in der Altstadt von Dresden zulassen?

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