Als ich vor geschätzt einem Jahr die Flüchtlingsunterkunft im Hanger Tempelhof besuchte, wollte man mich gleich zum Arbeiten dabeihalten. Und das ganz sicher nicht, weil ich so eine sensible Sozialarbeiternatur bin, sondern viel eher, weil der Träger angesichts seiner miesen Bezahlung ernsthafte Probleme hatte, überhaupt Mitarbeiter zu finden.

Zum damaligen Zeitpunkt hatte die Betreiberfirma „Tamaja Soziale Dienstleistungen GmbH„, die neben der „Erstaufnahmeeinrichtung“ in Tempelhof noch eine andere Flüchtlingsunterkunft betreibt, insgesamt wohl an die 70 offene Stellen.

Nun kann man ein pures Sozialpädagogen-Studium vom Anspruch her sicher nicht mit einem Ingenieurs-Studium, der Juristerei oder der Architektur vergleichen. Nicht von ungefähr läuft in diesem Bereich ein großer Teil der Qualifikation über fachspezifische Nachschulungen und Seminare, zu denen das Diplom (heute Bachelor) lediglich den Grundstein legte. Und dennoch dauert auch dieses Studium schon ein paar Jährchen. Darum kann man es Sozialpädagogen m.E. kaum verübeln, dass sie kein gesteigertes Interesse an den Tag legen, sich für ein Nettoeinkommen, dass bei voller Arbeitszeit nicht wesentlich über Sozialhilfeniveau rangiert, in einer durch z.T. durch handfeste Krisen geschüttelten Einrichtung das Leben vermiesen zu lassen.. und sich stattdessen lieber einen besser bezahlten Job in einer betulichen Amtsstube suchen.

Eine für mich wesentliche Frage ist daher, weshalb öffentlich durchaus gut ausfinanzierte Träger ihren Mitarbeitern derart niedrige Löhne zahlen, dass sie kaum engagiertes Personal finden können und so einen wesentlichen Teil der Arbeit auf ehrenamtliche Amateure abschieben müssen?

Könnte das nicht vielleicht auch ein kleines bisschen damit zu tun haben, dass bei einigen Betreibergesellschaften zu sehr das finanzielle Interesse im Fokus der Unternehmung steht, was u.a. durch ausufernde Klüngelei bei der Auftragsvergabe in Tateinheit mit mangelhafter Evalutation der Träger begünstigt wird?

Im Zusammenhang mit politischer Klüngelei im Bereich der Sozialwirtschaft sei hier exemplarisch an die staatsanwaltlichen Ermittlungen gegen #SPD Senatskanzlei-Chef Björn Böhning wegen des „Verdachts der Vorteilsnahme“
erinnert. Dabei geht es um einen Beratervertrag für McKinsey zum Thema Flüchtlingskrise.

Oder an den Fall eines ehem. Lageso-Referatsleiters, der gegen Bestechung – es sollen mindestens 123.000,- € geflossen sein – einem Kompagnon lukrative Aufträge für die sicherheit in Flüchlingseinrichtungen zugeschanzt haben soll.

Oder an den SPD abgeordneten Jörg Heydorn aus dem Schweriner Landtag, der sich an einer von ihm betriebenen Flüchtlingunterkunft dumm und dusselig verdienen soll – das Objekt bringt ihm monatlich trotz Leerstand um die 125.000,- € ein.

Jedoch, dass einige Damen und Herren aus der Politik die Flüchtlingskrise eher als willkommene Chance verstehen, die eigenen Geldsäckel zu füllen, ist nicht neu. Und, das wäre für sich genommen zwar ärgerlich, doch stellen korrupte Politiker – noch dazu, wenn sie aus der SPD kommen – weißgott kein Novum dar. Man hat sich, gerade im BER-gebäutelten Berlin, bis zu einem gewissen Maße längst schon daran gewöhnt.

So richtig ärgerlich wird es jedoch dann, wenn sich aus solchen Politiker-Sperenzchen für den Bürger äußerst unschöne Folgeerscheinungen ergeben, die das Potenzial in sich berngen, weit über finanzielle Gefahren hinauszugehen.

Diesbezüglich berichtet aktuell der Terrorismusexperte Shams Ul-Haq, der vor 26 Jahren als unbegleiteter minderjähriger Asylbewerber nach Deutschland kam, von unhaltbaren Zuständen in den Flüchtlingsunterkünften Deutschlands. Als beispielhaft abschreckend erwähnt er dabei die miserablen Zustände im Hanger Tempelhof.

Denn, nach seiner Ansicht seien „deutlich mehr Sozialpädagogen in Flüchtlingsheimen notwendig„. Andernfalls würde diese Lücke von bereits in der Pipeline stehenden Islamisten gefüllt. Diese würden Flüchtlinge aus dem Hanger bspw. in die salafistisch gepräge Al-Nur-Moschee in Neukölln locken und so Radikalisierungsprozesse forcieren.

Sein düsteres Fazit:

Manchmal heißt es ja, dass Deutschland Terroristen importieren würde. Tatsächlich aber züchten wir sie selbst heran.“

link:
Flüchtlingsheime – Undercover: „Wir züchten Terroristen selbst heran“

http://www.morgenpost.de/berlin/article209172233/Undercover-Wir-zuechten-Terroristen-selbst-heran.html