.. wir zünden ein Negerkind an..

Unmittelbar nach dem unbestreitbaren erfolg der AfD bei den zurückliegenden Landtagswahlen präsentiert uns der steuerfinanzierte Öffentlich Rechtliche Rundfunk (*ÖRR) mit dem „Neo Magazin Royale“ ein neues Niveau unterirdischer Hetze gegen die AfD:

Dazu zunächst Folgendes:

Ja, auch ich finde die musikalische Inszenierung des „Neo Magazin Royale“ tatsächlich zum Schmunzeln geraten.

Doch, und nun kommt es:

Gerade in der politischen Debatte ist humoristische Inszenierung nicht das Maß aller Dinge, und und auch der vorgebliche Zweck sollte nicht jede böswillige Schlüpfrigkeit heiligen.

Den hier eingeschlagenen – bewusst auf dem letzten schmalen Grad zumutbaren Anstands balancierenden – Weg, halte ich für einen gefährlich und grundsätzlich falschen. Denn ob aller Witzelei wird hier die Tatsache wohlwollend in kauf genommen, dass es der AfD und ihren Anhängern fürderhin – nicht zu Unrecht – umso leichter gemacht wird, sich als Opfer der „Staatsmedien“ zu inszenieren.

Ebenso wird unterschlagen, dass der Clip schon jetzt zum Hit in der wirklich rassistisch-rechtsradikalen Szene avancieren dürfte:

Dort finden sich nämlich illustre Gruppierungen wie „Weißer Arischer Widerstand“ und „Blood an Honor“ ,  die solcherlei Musikbeiträge – aus ganz anderen denn kritischen Gründen – wirklich „zum Abfeiern“ finden.
Nazi-Bands mit z.T verbotene Liedern wie „Zillertaler Türkenjäger“ und „Die Lunikoff Verschwörung“ hätten es nicht besser machen können!

Und das alles für eine Schmutzcampagne des ZDF.

Achille Demagbo, AfD - Vorstand des LV Schleswig-Holstein
Achille Demagbo, AfD – Vorstand des LV Schleswig-Holstein

Das beispielsweise Achille Demagbo, Sprecher des KV Kiel und Vorstand des LV Schleswig-Holstein der AfD und dort zuständig für Zuwanderungs- und Integrationspolitik, ein Farbiger ist, der vor zehn Jahren aus dem afrikanischen Benin nach Deutschland kam, scheint Jan Böhmermann im Ringen um politisch opprtunen Ulk nicht zu interessieren.

Gestern erfuhren wir in einem Nebensatz von Sandra Maischberger, dass Alice Weidel, Bundesvorstandsmitglied der AfD und als dortige Vorsitzende der Bundesprogrammkommission maßgeblich an der Erarbeitung des AfD-Grundsatzprogramms beteiligt, in einer offen lesbischen Beziehung lebt.

Nebenbei unterstützt sie auch die Bundesinteressengemeinschaft der Lesben und Schwulen in der AfD (*BIG).

Kurzum: Man muss kein AfD-Wähler sein. Das bin ich auch nicht. Und aus dieser Warte aus darf, ja – muss man selbstverständlich krisitiseren. Auch konfrontativ. Dies jedoch bitte aus inhaltlichen Gründen, die sich faktisch nachvollziehen lassen. Und nicht, wie hier, geäußert durch oberflächlich-populistisch vorgebrachte Hetze und Unterstellungen unterhalb der Gürtellinie.

Wer sich derart undifferenziert und rein populistisch in politische Diskurse drängt, wie es Jan Böhmermann hier tut, macht sich die Sprache derer zu eigen, die er zu bekämpfen vorgibt.

Damit ist das Ringen um eine menschliche Gesellschaft schon im Ansatz verloren.

Was bleibt ist der fahle Nachgeschmack eines „Negerwitzes„, der noch unterhalb des Niveaus von Oettingers Sexismus-Ausfall gegen Frauke Petry rangiert. Denn, im Gegensatz zum Oettinger besteht bei Böhmerann kein Zweifel daran, dass er ganz genau weiß, was er tut, welche Geister er damit heraufbeschwört, an wessen Geistes Kinder er sich wendet.

Ein weiterer Tiefpunkt öffentlich-rechtlichen Politik-Diskurses ist gesetzt.

BTW:

Dass es auch anders geht, zeigt uns aktuell ein Beitrag des Magazins “Hintergrund“, dass sich mit der aktuellen Situation innerhalb der Partei “die Linke“ in Bezug auf die AfD beschäftigt. Nun bin ich auch kein wirklich großer Freund der Linke.

Doch immerhin: Der Hintergrund-Beitrag illustriert einmal ganz grundsätzlich, dass politische Auseinandersetzung durchaus auch jenseits von Schlammschlacht möglich ist:

Hintergrund-AfD-neoliberal

http://www.hintergrund.de/201603163879/politik/inland/afd-neoliberaler-wolf-im-schafspelz.html

Ein Gedanke zu „.. wir zünden ein Negerkind an..

  1. Hen Dabizi Antworten

    Es ist müsig über den böhmermannschen Müll ernsthaft zu reden. Der C-Clown ist nur seiner eigen PR verpflichtet und geht, in Ermangelung von Verstand und Moral, jedem ethischen Trampelpfad nach, der opportun seinem Hauptziel nützlich erscheint. Seine „Kultur“ war schon vor Erdogan unterirdisch.

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